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Die Freiwirtschaftslehre: eine Alternative zum heutigen Geldsystem?
(Raum B215)
Der Zins ist ein zentrales Element unseres heutigen Geld- und Finanzsystems und spielt eine wichtige Rolle bei der Koordination von Angebot und Nachfrage der Geldmittel. Gleichzeitig war die Legitimation des Zinsnehmens in der Geschichte immer wieder stark umstritten, was sogar zu Zinsverboten führte. Deren Umsetzung hat sich jedoch immer wieder als schwierig erwiesen und lässt sich mit den Vorstellungen freier Kapitalmärkte kaum vereinbaren. Dennoch kann der Zinseszinsmechanismus langfristig für den Schuldner wie auch für eine Volkswirtschaft gravierende Auswirkungen haben, wie sich am Beispiel der internationalen Schuldenkrise oder einer allgemein ständig steigenden Staatsverschuldung zeigen lässt.
Mit der Freiwirtschaftslehre existiert seit gut 100 Jahren eine Wirtschaftstheorie, welche für sich in Anspruch nimmt, dieses Spannungsfeld zu überwinden. Dabei soll der Zinseszinsmechanismus neutralisiert werden, ohne den Zins als solchen abzuschaffen. In die allgemeine ökonomische Theorie hat dieser Ansatz jedoch bis heute keinen Eingang gefunden, ja er wird so gut wie gar nicht wahrgenommen.
Der Workshop richtet sich an all diejenigen, welche sich kritisch mit einer bisher kaum thematisierten Wirtschaftstheorie auseinandersetzen möchten und bereit sind, dabei auch etablierte Denkmuster zu verlassen. Es soll versucht werden, die freiwirtschaftliche Idee dem klassischen Wirtschaftsmodell als alternativen Ansatz gegenüber zu stellen.
Dabei soll unter anderem folgenden Fragen nachgegangen werden:
• Wo liegen Unzulänglichkeiten des bestehenden Geldsystems?
• Welche Alternativen existieren?
• Welche Ideen verbinden sich in diesem Zusammenhang mit dem Begriff „Alterndes Geld“?
• Welche Instrumente könnten dafür sorgen, zumindest Zinseszinseffekte zu vermeiden?
• Wie könnte der Geldumlauf auch bei annäherndem Nullzins gesichert werden?
Ziel des Workshops ist es, Szenarien einer möglichen Umsetzung der Freigeldlehre unter heutigen Bedingungen zu entwickeln und deren Umsetzbarkeit vor dem Hintergrund allgemeiner ökonomischer Erkenntnisse zu hinterfragen.
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